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07.06.2007 Sam`s erster Tag in der Hundeschule
Von heidi | 7.Juli 2009
Ich hab ja schon lange nicht mehr berichtet.
In der ersten Nacht mit diesem blöden Ding bin ich überall gegen gelaufen. Ich kann nicht richtig schlafen, also brauchen Herrchen und Frauchen auch nicht richtig schlafen. Aber nicht die haben die Nerven verloren, sondern ich. Irgendwann bin ich eingeschlafen mit diesem Teil. Als ich merkte, es hat keinen Sinn überall gegen zu laufen, habe ich mich dem Zwang des Tragens ergeben.
Nach 10 Tagen mit so einer blöden Halskrause fuhren wir wieder zu den Leuten, bei denen ich letztens eingeschlafen bin. Aber diesmal passte ich auf, das passiert mir nicht noch einmal. Waren auch gar nicht lange da. Ich musste mich kurz auf den Rücken legen und das war es schon. Leider musste ich noch zwei weitere Nächte dieses blöde Ding um den Hals tragen.
12 Tage musste ich mit diesem blöden Ding rumlaufen! Dieses Teil hatte auch einen Vorteil, ich war immer nur für ganz kurze Zeit alleine. Aber wenn wir draußen unterwegs waren, dann war ich natürlich „ohne“.
Neulich ist da vor meinen Pfoten was vorbei gerannt und die nächste Tanne wieder rauf. Ich aber nichts wie hinterher. Hab alles probiert, aber höher als 10 cm über den Boden kam ich die Tanne nicht rauf. Soll wohl ein Tier namens Eichhörnchen gewesen sein. Herrchen und Frauchen sind jetzt der Meinung, dass mein Stammbaum (ein Baum nur für mich?) nicht ganz rein ist – sie meinen da war irgendwann mal ne Katze dabei? Warum? Na ja, also, ich gucke mir jetzt beim spazieren gehen eigentlich mehr die Baumkronen an, als am Stamm zu schnuppern – immer auf der Suche nach Eichhörnchen!
Es war ein Samstag, ich glaube der 5. Mai, da meinte Frauchen so etwas wie: „Heute wirst du eingeschult.“ Wir sind dann mit dem Auto weggefahren. Als ich ausstieg, war ich mitten im Grünen. Aber da war ein riesiges eingezäuntes Gelände. Herrchen ist dann mit mir da rauf. Aber ich musste trotzdem an der Leine bleiben. So ein Mist, da hinten sind doch so viele andere Hunde, hier könnte man so schön toben. Da waren auch noch andere Menschen, die brachten Herrchen dazu, dass er endlich die Leine abmachte. Und weg war ich. Man muss ja alles auskundschaften. Dazu kam ich aber gar nicht. Plötzlich stand eine Hundedame vor neben mir, Jule heißt sie, und forderte mich zum spielen auf. Man war das toll. Es ging nur so hin und her. Plötzlich war aber Schluss. Die meisten Hunde kamen an die Leine und mussten bei ihren Herrchen oder Frauchen bleiben.
Eine fremde Frau kam auf uns zu und sagte: „Kommt mit. Heute werden Sie sicherlich überwiegend zusehen“. Ha! Die kennt mich aber nicht. Ich habe alle Übungen mitgemacht und fast immer schon beim zweiten Mal begriffen, was ich machen soll. Zwischen diesen Übungen konnten wir immer wieder spielen. Zum Ende sagte diese Lehrerin zu meinem Frauchen und Herrchen: „Der Sam hat richtig Spaß beim Lernen, das merkt man ihm an."

Anschließend ging es nach Hause. Verabschiedet wurde sich bis zum nächsten Samstag. Man war ich zu Hause aber geschafft. Von diesem Tag an wurde auch auf unseren Spaziergängen geübt. Mache ich doch gerne, gibt ja auch immer kleine Belohnungen.
Aber dann am Sonntagabend. Ich hörte es schon in der Wohnung. Draußen regnete es. Und was macht Herrchen? Der zieht sich an und sagt doch glatt: „Komm Sam, Schlafengehrunde.“ Hmm, was mache ich jetzt? Na ja, kann mich ja nicht wehren. Also, wir die Treppe runter, Haustür auf und raus. Was war das? Das ist ja gar kein Regen mehr. Da schüttet ja jemand eimerweise dieses nasse Zeug aus. Also mal sehen, ob Herrchen schlau ist. Umdrehen und vor die Haustür setzen. Auf Mallorca hätte ich mir einen Unterschlupf gesucht. Tatsächlich, Herrchen kommt zurück. Aber er macht nicht die Tür auf. Nein, er streichelt mich und versucht mich mit Worten zum mitgehen zu überreden. Also bin ich mitgegangen. Aber ganz ehrlich: Regen brauche ich nicht wirklich!
Und die Tage vergingen. Die Halskrause brauchte ich ja inzwischen nicht mehr zu tragen. Dafür musste ich wieder öfter alleine bleiben. Ich habe inzwischen auch toleriert, dass die beiden nicht schon um 5:30 Uhr aufstehen wollen. Ich gehe zwar dann ins Schlafzimmer, wenn ich wach werde und wecke sie, aber sie brauchen nicht aufstehen. Es reicht, wenn sie mich kraulen. Dabei schlaf ich dann meist sofort wieder ein.
Eigentlich wollte ich es ihnen ja bequemer machen. Habe ich zweimal probiert. Im Bett war ja soviel Platz und weich war es auch. Aber kaum war ich drin, bin ich auch schon wieder rausgeflogen. Tja, wenn sie es nicht bequemer haben wollen zum kraulen, dann eben nicht.
Ich finde auch, dass ich in letzter Zeit für mehr Ordnung in der Wohnung gesorgt habe. Es stehen z. B. keine Schuhe mehr rum. Verstehe gar nicht, dass man auf diesen Schuhen nicht rumkauen darf.

Außerdem ist die Hundeschule echt gut. Man trainiert seine Fähigkeiten. Ich bin inzwischen in der Lage, aus Taschen die Leckerlies zu klauen. Leider stehen seit dem zu Hause auch keine Taschen mehr rum. Aber was soll ich denn sonst machen, wenn ich alleine bin? Übrigens, mein Rekord steht jetzt bei 4 ½ Stunden alleine bleiben, ohne Radau zu machen. Okay, ich hab einmal die Wohnung etwas aufgeräumt. Herrchen fand nicht es so toll, als er nach Hause kam und die Zeitung lag mitten auf dem Fussboden. Frauchen hat zu ihm gesagt „vielleicht schafft Sam es ja, dass Du nicht immer die Zeitung rumliegen lässt.“
Ich höre jetzt auch richtig auf meinen Namen und ich weiß mit den Begriffen „sitz“, „platz“, „hier“ und „bleib“ etwas anzufangen und kann die Kommandos auch ausführen.
Was habe ich sonst noch erlebt? Ja, Frauchen ist ihren Ohrensessel los! Man, der ist sowas von bequem! Da kann ich ganz toll drauf schlafen.

Dann, am letzten Donnerstag, durfte ich Herrchen in sein Büro begleiten. Das war ja aufregend. Ständig kamen neue Menschen. Und jeder streichelte mich. Könnt mir glauben, nach so einem Bürotag ist man genauso geschafft, wie nach 4 Stunden spazieren gehen.
Sam
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